Deutsche Meisterschaft Marathon in St. Ingbert

Am gestrigen Sonntag fand in St. Ingbert in Saarbrücken die deutsche Marathonmeisterschaft statt. Natürlich war dadurch die Startliste gespickt mit den deutschen Marathonprofis. Die Strecke mit insgesamt 100km und 2900hm bestand aus zwei Runden. Das wellige Höhenprofil das die Strecke aufweist kam mir nicht sehr entgegen. Die bereits anspruchsvolle Strecke die überwiegend aus Singletrails bestand, wurde durch den Dauerregen sehr aufgeweicht und der sandig-schlammige Boden wurde zu einer neuen Herausforderung.

Der Startschuss fiel um 9Uhr. Ich wurde mit der Startnummer 37 ins Rennen geschickt. Das Wetter war eine Katastrophe, 10°C und Dauerregen, mehr muss man dazu nicht sagen… Gleich am Anfang ging es mächtig zur Sache, mit Ellenbogen und Schulter wollte jeder die beste Ausgangsposition für sich finden. Durch das wellige Höhenprofil war das Rennen sehr unrhythmisch und bereits nach 10km meldete sich mein Rücken. Die Schmerzen wurden immer schlimmer und ich musste mir eingestehen, dass es heute wohl nicht mein Tag ist. Ich konnte zu meinem Teamkollegen Alexander Speisekorn aufschließen und so machten wir uns gemeinsam auf die lange Reise. Die Strecke wurde durch den Regen sehr anspruchsvoll, was mein Vordermann in der technischsten Zone dem DB-Trail (ein steiler Downhill mit vielen Wurzeln und einem Drop) zum Verhängnis wurde. Er stürzte und kugelte sich dabei die Schulter aus!! Ich konnte gerade noch rechtzeitig reagieren und ausweichen. Der Sand setzte sich am Rad überall fest. Bereits nach kurzer Zeit knirschte die Kette, die Bremsen schliffen weil sich der Bremskolben nicht mehr zurück stellte und es gab viele Schaltungsprobleme sowie Chainsucks. Nach gerade einmal 30km hatte ich so extreme Rückenschmerzen und noch dazu kühlte mein Kö rper immer mehr aus, worauf ich mit meinem Teamkollegen vornahm nach einer Runde das Rennen abzubrechen.

Dafür hatten sich viele entschieden, selbst Profis wie Wolfram Kurschat (Topeak Ergon Racing Team), Tim Böhme (Team Bulls) und Matthias Bettinger (Centurion Vaude Team) etc. mussten aus dem Rennen aussteigen. Bei km 40 war auch bei mir die hintere Bremse bis auf das Metall abgeschliffen und meine Federgabel ließ sich aus dem blockierten Zustand nicht mehr öffnen, was bei dieser Strecke schnell zum Verhängnis werden kann.

Die Aufgabe war enttäuschend, aber ich konnte durch meine Rückenschmerzen nicht mehr weiterfahren und selbst das gehen viel mir schwer. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass wir uns zu dieser Zeit auch durch die vielen Ausstiege verdankt in den Top 15-20 befanden. Gerade einmal 31 Elite-Fahrer erreichten das Ziel, die DNF-Liste doppelt so lang!

Extrem enttäuschend aber jetzt heißt es nach vorne schauen, nächstes Jahr gibt es eine neue Chance…


MTB Marathon Pfronten

Auch dieses Jahr nahm ich mir wieder den Marathon in Pfronten der zugleich auch zur Ritchey Challenge zählt vor. Wie letztes Jahr auch entschied ich mich heuer ebenfalls wieder für die Extrem Strecke mit 70km und 2600hm.

Letztes Jahr noch 35°C standen wir heuer bei 11°C und Regen an der Startlinie. Der Marathon war auch dieses Jahr wieder extrem stark besetzt: Konny Looser (Team Stöckli Pro), Andreas Strobel, Matthias Bettinger (Centurion Vaude) und Guido Thaler (Craft Rocky Mountain) waren die Profis und zugleich auch die Favoriten. Der Startschuss fiel um 10Uhr. Die kurze neutralisierte Startphase zum Fuß des Breitenbergs konnte ich gut nutzen um mich in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Am Breitenberg setzten sich die Favoriten ab und ich reihte mich in die erste Verfolgergruppe ein. Leider begann mein Rücken wieder an zu stechen und fand nur schwer meinen Rhythmus wodurch ich ein paar Fahrer ziehen lassen musste. Zu viert machten wir uns nun auf die letzten Höhenmeter des Anstiegs, die zugleich auch die steilsten in dem ganzen Rennen waren. In dem Streckenabschnitt konnte ich mich von den Fahrern etwas distanzieren und den Vorsprung im Downhill ausbauen. Leider musste ich dadurch das Tal zum nächsten Anstieg hinauf zum Edelsberg alleine fahren. Kurz bevor es in den zweiten Anstieg zum Edelsberg ging holten mich zwei Fahrer ein wodurch wir zu dritt die ca. 700hm in Angriff nahmen. Kurz bevor es in den Dowhnill ging erhöhte ich das Tempo etwas, wodurch wir einen weiteren Fahrer einholen konnten. Zu viert fuhren wir den Downhill und das Flachstück zum nä chsten Anstieg hinauf zum Himmelreich.

Leider funktionierte die Tempoarbeit nur durch mehrmaliges auffordern. Die nächsten 350hm hinauf zum Himmelreich waren ziemlich hart, da ich durch den langen Downhill, den regen sowie die niedrigen Temperaturen schnell auskühlte. Aber dennoch konnte ich an der Gruppe dran bleiben und einen Fahrer distanzieren. Im darauffolgenden Downhill, der zugleich auch der technischste Abschnitt der gesamten Strecke war, setzte ich mich von meinen Verfolgern ab und baute einen kleinen Vorsprung aus. Zu meinem Glück bogen kurz vor mir ein paar Fahrer von der 26km auf die Strecke ab. Ich setzte mich in den Windschatten und profitierte von dem hohen Tempo wodurch ich einen weiteren Fahrer einholte. Im letzten Anstieg nochmals hinauf zum Breitenberg fand ich schnell meinen Rhythmus und konnte einen weiteren Fahrer distanzieren. Ab der Hälfte von dem 800hm Anstieg erhöhte ich nochmals das Tempo und fuhr meine Reserven auf. Dadurch verschaffte ich mir einen Vorsprung zu meinen Verfolgern und konnte mich so voll auf den Downhill konzentrieren und auf Sicherheit fahren. Durch den inzwischen sehr tief hängenden Nebel sah man höchstens 3m weit worauf es eine kurze Schrecksekunde gab als vor mir plötzlich zwei Kühe auf der Strecke auftauchten! Schnell reagiert wich ich aus und fuhr die letzten Meter sicher ins Ziel.

So überquerte ich die Ziellinie mit einer Zeit von 03:29.43h auf Platz 6 im Gesamtklassement und auf Platz 4 in der Allgemeinen Herrenklasse. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden und auch etwas überrascht, da vor mir nur die Marathon-Profis waren und ich mit dieser Platzierung durch meine Rückenschmerzen überhaupt nicht gerechnet habe.